Fleisch

Meine Frau hat Karen Duve gelesen. Nicht, dass wir schon von jeher anständig gegessen hätten, keine Rewe-Alu-Hühnchenpfannen wie Frau Duve. Dass frau da irgendwann zur Vegetarierin wird, kann ich nachvollziehen.

Aber auch auf mich als begeisterten Koch hat das Karen-Duve-Buch „Anständig essen“ und seine Lektüre durch meine Frau ihre Auswirkungen. Den Vegetarismus konnte ich gerade noch abwenden, doch ist der Fleischkonsum jetzt auf das Wochenende beschränkt. Das ist nicht weiter schlimm, denn schon aus gesundheitlichen Gründen macht es Sinn, in der Hinsicht etwas zu bremsen. Zumal auch Fisch zusätzlich drin ist, etwa an einem Freitag wie heute.

Schwieriger ist schon die Versorgung mit hochwertigem, das heißt vor allem ethisch hochwertigem Fleisch. Supermarktware fällt flach. Reguläre Fleischer, zu denen ein Vertrauensverhältnis aufzubauen wäre, sind selten geworden. Unser Bio-Lieferservice, von dem wir vorwiegend Obst, Gemüse und Käse beziehen, hat zwar auch Fleisch im Angebot, doch ist dies ein teurer Spaß. Für das normale Wochenende fällt diese Option aus. Noch teurer ist manch Bio-Hofladen, vor einigen Wochen gab es ein Rieslinghuhn, das Tier, knapp 1,5 Kilo schwer, hat uns rund 25 Euro in der Anschaffung gekostet. Nicht zubereitet. Auf dem Wochenmarkt gibt’s entsprechende Tiere schon mal für sieben oder acht Euro. Vom Supermarkt will ich nicht sprechen.

Da die Versorgung über den Biohandel also extrem kostspielig ist, ist Erfindungsreichtum gefragt. Einfach ist es bei Wild, das geht sowieso, da haben wir einen Händler vor Ort, bei dem alles aus regionaler Jagd zu bekommen ist. Für Rindfleisch gibt es einen kleinen Landschlachter in Negenharrie bei Bordesholm, Einfeld & Sohn, leider ist das nicht ganz um die Ecke. Einfeld hat eigene Angus-Rinder, die auf angrenzenden Koppeln laufen. Schweine bezieht er von regionalen Bauern, auch dafür ist er somit eine erlaubte Quelle. Lamm kaufe ich sowieso seit geraumer Zeit nur noch in einem türkischen Lebensmittelhandel am Steindamm in Hamburg. Günstig und keine Massenschlachtung. Das Lamm kommt zudem aus regionalen Beständen in Schleswig-Holstein. Das gilt auch für sein Rind- und Kalbfleisch.

Und weil Konsequenz so richtig langweilig ist, haben wir zwei Katzen. Die mögen kein Biofleisch.

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