Ameisen krabbeln auf Bäume

In der bildhaften chinesischen Sprache kann man unter „Ameisen“ Rinderhackfleisch verstehen. Das Rezept findet sich hier. Etwas Hintergrund zu diesem Rezept hier: Ants climbing a tree

Mit Brühe aufgießen, eingeweichte Glasnudeln zugeben und unterheben

Hackfleisch und Möhren anbraten, Chilibohnenpaste hinzufügen

Frühlingszwiebel zufügen

Garziehen

Fertig! Ein einfaches, aber beileibe kein schlechtes Rezept.

Technisch-organisatorische Ungenauigkeiten

Heute um 11:31 Uhr erhielt ich folgende E-Mail des Statistischen Landesamtes Hamburg und Schleswig-Holstein:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung hat das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein insgesamt über 1,3 Mio. Fragebogen versandt. Um den Rücklauf und damit die Datenqualität zu sichern, wurde die erste Erinnerung zeitnah auf der Basis einer vorläufigen Eingangsregistrierung erstellt (hierbei wird jeweils nur der erste Fragebogen in einem Rückumschlag mit mehreren Fragebögen erfasst). Dies geschah noch vor der endgültigen Registrierung und Verarbeitung der einzelnen Fragebogen.

Verbunden damit sind technisch-organisatorische Ungenauigkeiten aufgetreten, die dazu führten, dass zum Teil auch Bürgerinnen und Bürger eine Erinnerung erhalten haben, die Ihrer Auskunftspflicht bereits nachgekommnen sind.

Sollten Sie davon betroffen sein, dann betrachten Sie das Erinnerungsschreiben bitte als gegenstandslos.

Auskünfte zum Dateneingang können wir aufgrund der großen Menge an Nachfragen nicht erteilen. Falls sich unserseits noch Rückfragen ergeben sollten, würden wir uns wieder bei Ihnen melden.

Wenn Sie uns verfahrensrelevante Informationen (beispielsweise Hinweise zum Doppelversand an Ehepartner etc.) haben zukommen lassen, werden diese so schnell wie möglich ins System übernommen und verarbeitet. Sie erhalten darüber keine gesonderte Bestätigung.

Wir danken für Ihre freundliche Unterstützung und bitten Sie evtl. entstandene Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen

N. N.

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

 

Offensichtlich ist dies eine Antwort auf meine E-Mail vom 21. Juni (!):

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

da es offenbar unmöglich ist, Sie telefonisch (040/XXX) zu erreichen, wähle ich diesen Weg.

Vor wenigen Tagen teilten Sie mir mit, dass der im Mai an mich versandte Fragebogen noch nicht wieder eingetroffen sei. Das verwundert mich insofern, als ich den Bogen fristgerecht ausgefüllt zurückgesandt hatte.

Eine Nachfrage dazu: Verweigern Sie die Annahme unfrankierter Rückumschläge? Das wäre eine mögliche Erklärung für das Verschwinden unseres Bogens. Wie Sie sicher wissen, hat das Statistische Landesamt in Düsseldorf Mitte Mai festgestellt, dass die Ausgefragten kein Porto bezahlen müssen – bundesweit.

http://bit.ly/lrBqil

Ich bitte also um einen neuen Fragebogen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Nichts war seither geschehen – bis um 11:31 Uhr. Und warum das Ganze? Warum wurde das bürokratische Monster in Marsch gesetzt? Unter anderem, damit den Behörden, und der werbenden Wirtschaft nebenbei wahrscheinlich auch, klar wird, wie viele Sch..häuser wir in der Wohnung haben. Kein Scherz. Aufgrund der heutigen Antwortmail muss ich davon ausgehen, dass man schon mal prophylaktisch die Beantwortung der Bögen angemahnt hat.  Doch wer jetzt anfragen will, was Sache ist – bitte nicht, denn nichts Genaues weiß man nicht beim Statistischen Landesamt Hamburg und Schleswig-Holstein.

Das Lustige ist, ich wollte gerade eben in dem Moment beim Landesamt anrufen und mich nach dem Fortgang der Angelegenheit erkundigen, da ich rund fünf Wochen nichts gehört hatte. Immerhin ist ein Nicht-Beantworten der Bögen theoretisch mit einigen Tausend Euro Bußgeld belegt. Ein Spaß, den ich mir zur Zeit leider nicht leisten kann. Und wenn jetzt jemand fragt, warum ich den Bogen nicht einfach im Internet beantwortet habe: Nein, dazu habe ich keine Lust. Soll die Bürokratie doch wenigstens die Daten selbst einpflegen in ihre elektronischen Archive. Wenn sie es denn schafft ob der technisch-organisatorischen Ungenauigkeiten. Frank Behrens

Neue Mitbewohnerin

Heute Abend bekommt unser Kater Carlos eine neue kleine Gefährtin: Nelli, geboren am 20. Mai. Seit Josies Tod am 7. Juni war Carlos doch manchmal etwas einsam und das trotz aller Probleme, die Josie mit ihm hatte. Jetzt hoffen wir, dass Carlos und Nelli sich gut verstehen...

Nelli kann manchmal auch ganz schön rabiat sein, hier beißt sie ihrem kleinen Schwesterchen vor zwei Wochen ins Ohr...

Aber Carlos wird damit umzugehen wissen!

Update Veröffentlichungen

Heute ist im „Forum“ (Saarbrücken) mein Interview mit dem CDU-Bundestagsbgeordneten Alex Funk erschienen. Der saarländische Abgeordnete sitzt für den Wahlkreis Neunkirchen im Bundestag und weigert sich beharrlich, den diversen „Rettungspaketen“ für Griechenland und andere EU-Staaten zuzustimmen.

Obwohl Funk überhaupt gar nicht meiner politischen Richtung angehört, äußert er aus meiner Sicht doch interessante Bedenken hinsichtlich der „Rettungspakete“, die ja in erster Linie die Kredite deutscher (und französischer Banken) zu retten haben und nebenbei an weitreichende Bedingungen geknüpft sind, deren Folgen wiederum aber tatsächlich „die Griechen“ zu tragen haben.

Funk äußert seine Kritik von einem konservativen Standpunkt, ich täte es von einem linken. Etwas verwundert war ich über einige der Fragen, die ich anders gestellt hatte und die von der Redaktion leicht tendenziös verändert wurden. Ich denke, ich werde mal ein ernstes Wörtchen mit dem verantwortlichen „Forum“-Redakteur sprechen müssen. Hier geht’s zum Textdownload (PDF). Der Text ist leider diesmal online nicht verfügbar. fb

Nachtrag: Mittlerweile ist der Artikel online.

Selbstmitleid

Heute habe ich irgendwo gelesen, ich glaube, es war bei Facebook, dass der Kommunikationsbranche die Zukunft gehöre. Umsätze und Gewinne stiegen, hieß es. Bezeichnend schon, dass Umsätze und Gewinne mit Zukunftsfähigkeit gleichgesetzt werden und die Qualität keine Rolle zu spielen scheint. Blickt man einmal genauer auf die „Kommunikationsbranche“, speziell auf deren traditionsreichste Sparte, das gedruckte, in Zeiten des Internet auch online servierte Wort, kommen einem schon Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Kommunikationsbranche als Ganzes.

Willkürliches Beispiel: die „Süddeutsche Zeitung“. Früher ein debattierfreudiges, auch mal aneckendes Medium von Rang. Eines, das sich etwa auch weit über jeden Lokalpatriotismus zu erheben wusste. Heute zurückgesunken auf das Niveau einer durchschnittlichen Lokalzeitung. Exemplarisch der nicht endende wollende Kommentar eines gewissen Ulrich Schäfer im heutigen Lokalteil zur Niederlage Münchens in der Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018.

Das IOC habe sich mit seiner Entscheidung gegen die Kultur gestellt:

Hier München mit seiner 853jährigen Geschichte, dem Oktoberfest, dem Viktualienmarkt, den prachtvollen Schlössern im Umland.

Ohweh, das IOC hat sich für Asien, für den Kommerz entschieden:

Und dort ein asiatischer Skiort aus der Retorte, dessen Straßen so heimelig sind wie ein mittelprächtiges Einkaufszentrum; ein Ort, dessen Pisten für Olympia aus dem Boden gestampft wurden, weil im Umkreis von zwei Flugstunden angeblich eine Milliarde Menschen darauf warten, das tun zu können, was die Europäer seit Jahrzehnten machen: Ski fahren.

Man darf schon fragen, auf welchem Planeten Ulrich Schäfer die letzten Jahrzehnte gelebt hat. Der Planet Erde/Deutschland/Bayern/München kann es wohl wirklich nicht gewesen sein. Die bayerische Metropole, das sanfte und bescheidene Dorf von Welt, das sich tapfer jedem Kommerz entgegenstellt. Offenbar so weit konsensfähig in der „SZ“-Redaktion, dass dieser Kommentar heute zum Aufmacher der ganzen Website wurde. Was will die „SZ“ damit beweisen? Naiven Provinzialismus?

Das große Dorf an der Isar ist durch Olympia 1972, die Fußball-WM 1974 und die vielen internationalen Bands, die in den siebziger Jahren hier ihre Schallplatten aufnahmen, beinahe zur Weltstadt aufgestiegen. Doch in den vergangenen Jahren wirkte München zu selbstgefällig, zu zufrieden mit sich. Olympia hätte manches aufgebrochen, nicht nur den Untergrund der Innenstadt, durch den bis 2018 ein zweiter Tunnel für die S-Bahn getrieben werden sollte.

München=Robert Lembke, Gustl Bayrhammer, Franz Beckenbauer und Donna Summer. Das große Dorf an der Isar. Verklärter geht’s nimmer. Und klar, wer das Idyll stört: widerspenstige alpenländische Bauerntrampel, die ihre Heimat partout nicht für ein paar Parkplätze des IOC-Tross betonieren lassen wollen.

(…) eine Bewerbung, die sich anfangs an widerspenstigen Bauern abarbeitete, die von Finanzproblemen begleitet war und die mittendrin ein neues Gesicht und damit neuen Schwung bekam: Kati Witt, die ostdeutsche Eislauf-Heldin, übernahm von Willy Bogner, dem glücklosen Filme- und Modemacher und einstigen Skirennläufer.

Womit zugleich die tragische Heldin eingeführt ist. Das schwungvolle, sympathische Mädel aus dem Osten – Kati Witt. Allzeit bereit, sich den Gegebenheiten der Zeit anzupassen und ihr Äußeres in bare Münze zu verwandeln. Natürlich fehlt bei Schäfer nicht die „Jugend der Welt“, die nun einen Bogen um die Stadt machen werde. Ebenso wie die „Konzerte von Weltrang“, die zuletzt eher „in Freiburg und Wuppertal“ stattgefunden hätten. Welch Schmach für die Stadt des Oktoberfestes! Doch überlassen wir die fast letzten Worte noch einmal Ulrich Schäfer:

Die Münchner Olympia-Bewerber werden sich in den nächsten Wochen fragen: Was haben wir falsch gemacht? Waren wir zu fair? Am Ende könnte der Entschluss stehen, sich nochmals zu bewerben, für 2022. Und zu zeigen, dass die olympische Idee nicht bloß dem Geld verpflichtet ist, sondern auch der Tradition.

Genau. Geld und Kommerz spielen in München keine Rolle. Alles die bösen und hinterhältigen Asiaten. Frank Behrens

Das S-C-H-Wort

Man kann sich nicht immer nur Freunde machen. Insbesondere dann nicht, wenn die „Bild-Zeitung“ mal wieder mit Sommer droht und ihn mit der Headline einläutet: „Schland!“

Schland? Offenbar muss dieses Land mittlerweile jeden Sommer in Partylaune gebracht werden, damit es ohne Kater über den gewaltigsten Wirtschaftsboom seit… ja nun, seit der Finanzkrise kommt. Und Sommerparty ist Schland. Dann, wenn alle gut drauf sind, ihre Autos und Rückspiegel schmücken mit Schwarz-Rot-Gelb, nee -Gold heißt es, und Biermixgetränke zischen. Grenadine-Apfel-Weizen vom Schöffen Bräu. In der praktischen 0,33-Liter-Pulle, die sich anschließend auch im Papierkorb der U-Bahn verstauen lässt. Immerhin haben so die Bedürftigsten doch noch etwas von Schland.

Schland, das ist aber auch die Zeit, da man nicht schlecht oder nur undefinierbar gelaunt sein sollte, bewegt man sich im öffentlichen Raum. Da kann es schon mal passieren, dass zwei oder drei betrunkene Jungs Dich anmachen und fragen, warum Du Dich nicht darüber freust, dass die Deutschen eins mehr reingemacht haben als die anderen. Schland – das ist gottlob dann auch die Zeit, da diese Deutschen am Finaleinzug scheitern und sich mit dem Trostpreis zu begnügen haben. Wenigstens etwas könnte man sagen, doch Schland, das ist auch die Zeit, da die Elektronikmärkte in Schwarz-Rot-Gelb überquellen ebenso wie die Fleischtheken, an denen es kein frisches Fleisch mehr gibt, sondern nur noch buntes in roten und grünen Glutamatpasten. Man hat den Leuten offensichtlich eingeredet, gutes Fleisch sei zum Grillen zu schade, besser sei zugekleistertes Minderwertiges. Manchmal ist es schon schwer, unserem Kater ein paar Stückchen simples Rindergulasch zu kaufen. Schland sei Dank.

Schland kommt dieses Jahr vermeintlich fortschrittlich und weiblich daher, nicht 22 Kerle treten gegen einen Ball, sondern 22 Frauen. Doch das macht es noch schlimmer, dieses Schland, denn jetzt hat man es auch noch gut zu finden. Denn es ist ja fortschrittlich. Dabei habe ich mich geistig vom Fußball verabschiedet, als Bernd Schuster seine Fußballschuhe an den Nagel hing. Frank Behrens