Gewokt: Szechuan-Rind

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist die asiatische und hier insbesondere die chinesische Küche. Seit ich mir im Mai einen Mitteldruckbrenner in Taiwan bestellt habe, kann ich richtig loslegen, allerdings nur unter freiem Himmel. Dunstabzüge in Privathaushalten könnten weder mit dem Fettgespritze noch mit der Rauchentwicklung und dem Sauerstoffverbrauch des Gasbrenners (bis zu ca. 25 kW) fertig werden.

Heute gab’s  Rind nach Szechuan-Art:

Zutaten:
ca. 200 g Rindfleisch (Hüftsteak) in feinen Streifen
1 EL Szechuan-Pfeffer
Ingwer, Knoblauch & Chili
Paprika rot
2 kleine Zwiebeln
Würzsauce (1 TL Speisestärke, 3 EL Wasser, 3 EL helle Sojasauce, 2 EL Sherry, 2 TL brauner Zucker, 1 EL schwarze Bohnen)

Die Würzsauce mit den schwarzen Bohnen, einer typischen Zutat der Szechuan-Küche

Die Zutaten: Der Szechuan-Pfeffer wurde vor dem Mörsern noch kurz angeröstet

Fleisch anbraten

Die Rauchentwicklung ist enorm

Nach Ingwer, Knoblauch und Chili werden auch Paprika und Zwiebeln scharf angebraten

Das Fleisch wird wieder zugefügt

Rühren!

Zum Schluss kommt noch die Würzsauce mit den schwarzen Bohnen in den Wok

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„Den Gürtel enger“

Das ARD-Morgenmagazin war in dieser Woche auf „Eurotour“. Das Fazit des touristisch ansprechenden Hoppings durch die Krisenstaaten an der EU-Peripherie sprach Moderator und Reisereporter Sven Lorig am Freitag: „Über Unangenehmes spricht man nicht so gern.“ Sein Fazit am Montag in Athen: „Die Griechen sind nicht bereit zur Veränderung, sie wollen nicht auf ihre Privilegien verzichten.“ Binsenweisheit und Vorurteil als Fazit einer ARD-Pressereise.

Dass die „Griechenland-Rettung“ in erster Linie eine Rettung deutscher und anderer europäischer Banken ist, die Kredite an den Ägäis-Staat vergeben haben – nicht zuletzt für Waffenkäufe, ist kein Thema im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Nein, es sind die uneinsichtigen Griechen, Arbeiter, Angestellte, Beamte, Arbeitslose, Rentner, Hausfrauen, die einfach nicht einsehen wollen, dass sie jetzt zum Wohle aller – nicht gesagt, doch gemeint: vor allem der Deutschen – den Gürtel enger schnallen sollen.

5.Gebirgsdivision
Ia

Div.Gef.St. 3km südl. Westecke Flugplatz 

Mallion, den 23.Mai 1941, 11 Uhr 


Ein Meuchelmord an einem Soldaten der Luftwaffe am 22.5.41 hat ergeben. Daß die griech. Bevölkerung in Zivil, Uniform, auch in deutscher, an den Kämpfen teilnimmt und Verwundete niederschiesst, niedersticht und Ringe abschneidet, Gefallene schändet und ausplündert.

  Wo eine griech. Zivilperson mit der Schusswaffe in der Hand angetroffen wird, ist sie sofort zu erschiessen.

  Desgleichen ist bei Angriffen auf Verwundete zu verfahren.

  Jn Ortschaften sind sofort Geiseln festzunehmen (Männer von 18 – 55 Jahren) und ihnen und der Einwohnerschaft bekanntzugeben, daß im Falle feindl. Handlungen jeder Art gegen die deutsche Wehrmacht sofortige Erschiessung erfolgt.

  Für jeden Deutschen 10 Griechen, dazu werden die in der Nähe befindlichen Ortschaften angezündet.

  Die Bürgermeister haben dies in ihren Gemeinden bekanntzumachen.

Der Divisionskommandeur:

Ringel

Quelle: http://www.kreta-wiki.de/wiki/Ringel-Befehl

Der sogenannte Ringel-Befehl ist weithin unbekannt in Deutschland. So unbekannt wie die Besetzung Griechenlands, die Landung auf Kreta und die anschließenden Verbrechen der deutschen Besatzungstruppen. Am 2. Juni 1941 etwa wurden in der nordkretischen Ortschaft Kondomari die männlichen Bewohner zusammengetrieben und erschossen. Auf einem Gedenkstein sind heute 23 Namen aufgelistet.

Doch Kondomari ist nur ein Beispiel für viele. Die Opferzahl der deutschen Besatzung ist unbekannt. Belegt sind auch weit größere Massaker in Kleinstädten, bei denen jeweils die gesamte anwesende männliche Bevölkerung ermordet wurde.

Griechische Opferverbände fordern seit Jahrzehnten Entschädigungen von Deutschland. In der aktuellen Finanz- und Schuldenkrise wurde diese Forderung von einzelnen konservativen Politikern in Athen wie auch der linken Opposition aufgegriffen. Ohne konstruktiven Widerhall aus Deutschland. Früher kam aus Deutschland der Tod. Heute kommen Kredite, Schulden, Waffen und Sparauflagen. Und Fernsehreporter, die fordern, die Griechen sollten den Gürtel enger schnallen.
Frank Behrens

Aktualisierungen

Die Seite Kommunikationsberatung ist nun aktualisiert und listet angebotene Leistungen auf, mit denen ich mich an Kunden, in erster Linie Klein- und Kleinstunternehmen, wende. Mein Geschäftsfeld „Korrektorat/Lektorat“ vermeldet die erste Kundin, ein herzliches Dankeschön auch nochmal von dieser Stelle.

Zudem ist es mir gelungen, in meinem privaten Offline-Printarchiv ein wahres Juwel meiner Arbeit für den „PR Report“ zu finden. Wir schrieben das Jahr 2007, oder, anders ausgedrückt, 20 nach Barschel. Der damals von mir verfasste Artikel basiert wesentlich auf meinen Gesprächen mit „Spiegel“-Redakteur Manfred Ertel bei einem Mittagessen und mit Trutz Graf Kerssenbrock am Telefon. Beide hatten Schlüsselrollen in der Affäre gespielt, die die Bonner Republik im Herbst 1987 wochenlang in Atem hielt. Der eine als Reporter, der andere als aus der Reihe tanzender Kieler CDU-Abgeordneter. Der Artikel findet sich als derzeit ältester ganz unten  in der Liste der Veröffentlichungen.

Links aktiviert

Eine Nachricht in eigener Sache:

Die sogenannte Blogroll, also die Linkliste, die jetzt rechts in der Sidebar steht, habe ich heute endlich aktualisiert und faktisch aktiviert. Sie enthält eine große Bandbreite von Blogs und Medienseiten, die ich alle regelmäßig nutze; einige sind von Bekannten oder Freunden, andere nicht. Ich bitte um Beachtung – gerne mal durchklicken, es findet sich für den ein oder anderen bestimmt Neues und Unerwartetes. Und immer mal wieder hinsehen, die Blogroll wird von jetzt an regelmäßig erweitert. Vorausgesetzt, ich finde interessante neue Links.

Zudem habe ich die Funktionalität „Neueste Kommentare“ in die rechte Sidebar gerückt. Denn neuerdings gibt es auf derschreibtisch Kommentare! Auch hier ermuntere ich – gerne mal kommentieren, Austausch kann diesem Blog nur gut tun! Und ich bin sehr liberal, wenn es darum geht, Kommentare freizuschalten… Frank Behrens

Wohl leider unmöglich

„Die Griechen wollen so weiter leben wie bisher. Das ist verständlich, aber wohl leider unmöglich.“ (Moderatorin Susanne Conrad am 15. Juni 2011 im ZDF)

Vor einigen Tagen hatte ich wieder einmal Post der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) aus Köln im Briefkasten. Wie seit mindestens fünf oder sechs Jahren alle drei Monate. Der Inhalt: eine Einzugsermächtigung. Nein, ich bin kein Schwarzseher. Auch kein Schwarzhörer.  Die Behörde kann es aber offensichtlich nicht hinnehmen, dass ich einen Dauerauftrag geschaltet habe, um meine Quartals-Schuld bei ihr zu begleichen. Nein, man will aus eigenem Recht vom Konto abbuchen.

Dann kommen die Tage, an denen ich mich frage, warum ich überhaupt noch für eine Leistung zahle, die aus meiner Sicht immer zweifelhafter wird. Wer braucht das Fernsehen noch? Das privat-kommerzielle mit seinen Quotenserien und Rateshows, das staatlich-kommerzielle mit seinen Quotenserien, Rateshows  – und mediokren Nachrichtensendungen.

Beispiel Griechenland-Berichterstattung: Die oben zitierten zwei Sätze der ZDF-Moderatorin Susanne Conrad stammen aus der Abmoderation eines Beitrages, der sich mit dem Anwachsen der Schwarzarbeit in Griechenland befasste. Als Kronzeuge wurde ein Tischler präsentiert, der sich verständlicherweise nicht offen zeigen wollte. Ist doch das, was er da treibt, Steuerhinterziehung. Doch wie meistert das deutsche Fernsehen diese Klippe? Es zeigt die im Mundwinkel hängende Zigarettenkippe und bedient damit bewusst das Klischee des faulen, leichtlebigen, vielleicht leichtfertigen Griechen. Bei einer Reportage über Schwarzarbeit in Deutschland habe ich dieses Stilmittel im öffentlich-rechtlichen Fernsehen noch nicht gesehen.

Da darf man sich dann auch über solche Abmoderationen nicht wundern, denen man nur ein Wort wegnehmen muss, um beim Vokabular des Unmenschen zu landen. Zustande kommt dies durch eine Unbedarftheit, vielleicht Faulheit, zu hinterfragen, was hinter der sogenannten Griechenland-Krise steckt. Ist es nicht vielleicht so, dass europäische, nicht zuletzt deutsche Banken prächtig an den Krediten für das Ägäis-Land verdienen? Dass die deutsche Rüstungsindustrie prächtig an den griechischen Waffenkäufen, finanziert mit deutschen Krediten, verdient hat? (Und die Türkei, den Intimfeind der Griechen, ebenfalls aufrüstet?) In wessen Interesse ist die Griechenland-Hilfe eigentlich? Und wer bekommt etwas davon ab? Der gemeine Grieche, der so weiter leben will wie bisher?

Das mit dem Fernsehen muss ich mir nochmal überlegen. Frank Behrens

Nach vorne

Eine unerfreuliche Woche geht zu Ende. Rund um das Drama mit unserer Katze durfte ich wieder einmal erfahren, wie schwer es im heutigen Medienumfeld ist, an Aufträge zu kommen und wie sehr das Downgrading bei den Honoraren um sich greift. Nun, es heißt das Beste daraus machen und nach zuversichtlich bleiben.

Die EHEC-Epidemie scheint mittlerweile abzuflauen, jedenfalls hier am Zentrum der Seuche rund um Hamburg. Gleichwohl – für Gemüsebauern scheint das Frühjahr 2011 ein verlorenes. Jedenfalls, wenn sie Gurken, Tomaten, Salatköpfe oder Sprossen im Angebot haben. In Hamburg machten verzweifelte Landwirte am heutigen Freitag mit einer spektakulären Aktion auf ihre prekäre Situation aufmerksam. In der zurückliegenden Woche wurde die Suche nach dem Erreger immer bizarrer, man denke nur an die Gurkenreste aus der Magdeburger Biomülltonne oder gar den Brief des Bild-Kolumnisten Franz Josef Wagner an den deutschen EHEC-Alltag, der erstaunliche Blicke in die Wagner’sche Kloschüssel offenbarte.

Ich blicke lieber nach vorne auf ein hoffentlich sonniges Pfingstwochenende mit immer weniger EHEC-Neuinfektionen.

Gefühlte Inflation

Das Thema Inflation lässt mich derzeit nicht los. Der Statistik-Professor Hans Wolfgang Brachinger von der Universität Fribourg in der Schweiz hat bereits vor Jahren einen „Index der gefühlten Inflation“, den IWI-Index,  entwickelt, der das subjektive Teuerungsempfinden der Verbraucher besser abbilden soll als die offiziellen Warenkörbe, in die auch Waren des längerfristigen Bedarfs einfließen, die die Konsumenten nur selten auf dem Einkaufszettel haben. Weil diese Produkte, zum Beispiel technische Geräte wie Fernseher oder Computer, aber eher günstiger werden, dänpfen sie in den Warenkörben die Inflationsrate.

Der IWI-Index gewichtet diese Güter des langfristigen Bedarfs geringer und kommt damit Verbrauchern entgegen, die solche Produkte ihrem subjektiven Eindruck nach selten oder gar nie kaufen. So vereinfacht das Funktionsprinzip des IWI-Index, der inzwischen auch in der Wirtschaftsforschung Beachtung findet, da das subjektive Empfinden der Konsumenten durchaus nicht irrelevant ist.

Wie er auf die Idee zum „Index der gefühlten Inflation“ kam, welche Bedeutung er hat und welche Grenzen, das erzählt Professor Brachinger im Interview, das im „Forum“-Magazin erschienen ist. PDF-Dokument