Ich war ja neugierig auf das gehypte Google+. Letzte Woche, irgendwann spät am Abend, wollte ich es dann erneut versuchen, ein Profil zu erstellen bei der mit viel Vorschusslorbeeren versehenen Facebook-Konkurrenz. Unter anderem wird standardmäßig nach dem Geburtsdatum gefragt – bei Facebook übrigens eine freiwillige Angabe – und wie gesagt, es war schon spät, ich hatte wohl auch schon einen Wein getrunken, ich darf das, bin alt genug. Also wählte ich etwas locker und vielleicht nicht ganz bei der Sache “2011″ als Geburtsjahr. Umgehend wurde mein gesamtes Google-Konto gesperrt, weil ich angeblich keine 13 Jahre alt sei. Keine Sicherheitsfrage, die die Nicht-Logik der Angabe – welches viermonatige Kind wird schon ein Google-Konto erstellen, “digital natives” hin oder her – gegencheckt. Nichts, nur die sofortige Sperrung.
Alles, was mir blieb, war eine Nachricht an das “Team zur Altersverifizierung”. Sofortantwort: “Sie werden bald von uns hören” – ein leeres Versprechen, wie ich gleich ahnte. Nachdem ich sechs Tage nichts gehört hatte vom ominösen Google-Team, habe ich soeben eine weitere Nachricht versandt:
Sehr geehrte Damen und Herren,
da meine erste Mail ohne Erfolg blieb, ein neuer Versuch. In der vergangenen Woche wurde mein Google-Konto ohne Vorwarnung gelöscht. Der Grund: Ich hatte bei der Google+-Anmeldung ausversehen ein falsches Geburtsdatum – XX.XX.2011 statt XX.XX.1968 – angegeben. Dass es keine Sicherheitsfrage bzw. Warnung gibt, die eine unlogische Angabe ausschließt, ist schon erstaunlich. Ich bitte, mein Konto wiederherzustellen.
Vielen Dank
Frank Behrens
Die automatische Antwort ließ nicht auf sich warten:
Ihre Nachricht wurde an das zuständige Team weitergeleitet. Sie werden bald von uns hören.
Sicher. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass selbstverständlich nicht nur mir dieser Fauxpas passiert ist und dass die wohl einzig aussichtsreiche Möglichkeit, das Google-Konto wiederherzustellen, darin besteht, ein Fax mit der Kopie des Personalausweises ins Google-Headquarter nach Kalifornien zu senden. Oder aber per Kreditkarte 30 US-Cent zu überweisen. Google verdient ganz profan an der fehlenden Sicherheitsfrage. Die Lust auf Google+ ist mir vergangen, nur hätte ich gern meinen Account wieder, schon allein, um wieder im Google-Firmenverzeichnis aufzutauchen. Für das stand ich sowieso schon in Kontakt mit Google, der Konzern hat sich also durchaus schon von meiner Existenz und Geschäftstätigkeit überzeugen dürfen. Frank Behrens
ömm, ich meine, das geburtsdatum war bei fb auch pflicht, wenn ich mich recht entsinne. es bleibt einem nur frei, es öffentlich zu machen oder nicht. g+ rockt, mein lieber. hoffe, dich dort bald zu lesen.
Nun ja, das mag ja alles sein. Allerdings erwarte ich schon eine Sicherheitsfrage, bevor das Fallbeil fällt, um es mal drastisch auszudrücken. Mag ja sein, dass ich mich etwas tolpatschig angestellt habe, andererseits – sowas passiert doch dauernd und ein glaubwürdiger Alters-Check sieht sowieso anders aus…
Hab ich schon erzählt, was mir einen Tag später in einem Penny-Markt passiert ist? Ich habe eine Tafel “Ritter Sport Rum-Trauben-Nuss” aufs Band gelegt und aus dem Augenwinkel sehe ich – ich traue meinen Augen nicht – das Wort “Jugendschutz” im Kassendisplay aufleuchten. Als ich bezahle, frage ich die Kassiererin, ob ich mich verguckt hätte, da meinte sie “Neenee, das ist schon so, wir müssen da seit einiger Zeit sehr genau sein.” Das ist schon glaubwürdiger, wenngleich auf andere Weise auch kurios.
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=P Man liest in letzter Zeit häufiger von derartigen Problemen mit Google. Die Einsendung des Personalausweises ist da natürlich die erste und beste Lösung, die einem in den Sinn kommt. Ist ja schließlich möglich, dass Google bisher den Geburtsort noch nicht kannte, oder die Augenfarbe.
Aber diese Probleme scheinen ja gerade effizient beseitigt zu werden…
Irgendwie versuche ich mich gar nicht erst mit Google+ anzufreunden… Mittlerweile gibt’s eine Unmenge solcher Portale wie Facebook, Twitter, Badoo und so weiter und sofort. Da hat man doch gar keine Übersicht mehr, wer einem wo und warum schreibt.
Aber das Geburtsdatum musste ich bei Facebook damals auch angeben
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